Geänderte Versuchsauswertung

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Geänderte Versuchsauswertung


Bei der Berechnung von Tragfähigkeitswerten aus Versuchsergebnissen gibt es mit dem Eurocode einige Änderungen.

Vor der statistischen Auswertung werden die gemessenen Versuchsergebnisse bezüglich der Blechdicken und Stahlgüten der einzelnen Probekörper auf den Nennwert normiert. Diese Normierung von Versuchsergebnissen ändert sich mit dem Eurocode formal in der Durchführung der Berechnung, wobei sie in aller Regel zum gleichen Ergebnis wie die ursprüngliche Normierungsberechnung nach DIN führt.
Die Berechnung zur statistischen Auswertung entspricht der Berechnung nach DIN. Geändert hat sich jedoch der Koeffizient c zur Ermittlung der 5% Fraktile. Dieser Wert, welcher von der Anzahl der Versuchsergebnisse abhängt, wird mit steigender Probenanzahl geringer. Im Eurocode wird er mit k bezeichnet und enthält andere Werte als die DIN, wodurch sich auch die so ermittelte 5% Fraktile ändert, in den meisten Fällen wird sie kleiner als bei entsprechender Berechnung nach DIN. Die Unterschiede zur Berechnung nach DIN sind jedoch im Allgemeinen sehr gering.

 
 

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Änderungen durch Einführung der Eurocodes

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Änderungen durch Einführung der Eurocodes

Im Metallleichtbau ersetzt die DIN EN 1993-1-3:2010-12 „Allgemeine Regeln; Ergänzende Regeln für kaltgeformte dünnwandige Bauteile und Bleche“ unter anderem die DIN 18807 „Trapezprofile im Hochbau“.

Bei der Bemessung von Trapezprofilen haben sich durch diese Umstellung folgende Änderungen ergeben:


- Tragfähigkeitswerte

Einige Berechnungsgrundlagen haben sich geändert, z.B. die Behandlung von ansetzbaren Auflagerbreiten und Eckausrundungen. Dadurch wird eine Neuberechnung der Tragfähigkeitswerte für Beanspruchungen rechtwinklig zur Trapezprofilfläche erforderlich. Die zu führenden Nachweise bleiben im Prinzip gleich.

 

- Schubfeldbemessung

Der Nachweis von Schubfeldern erfolgte in Deutschland bisher nach einem von Schardt und Strehl entwickelten Verfahren, das zulässige Schubflüsse auf Gebrauchslastniveau angab. Hintergrund waren ein Biegespannungsnachweis in der Profilkante, eine Profilverformungsbegrenzung in der einzelnen Trapezprofilrippe sowie eine Begrenzung der Verformung des gesamten Schubfelds.
EN 1993-1-3 empfiehlt das bisher hauptsächlich im angelsächsischen und skandinavischen Raum verwendete Verfahren von Bryan und Davies. Dabei wird der Biegespannungsnachweis durch einen Nachweis der Beulsicherheit des Schubfelds ersetzt, und in der Schubfeldverformung wird auch der Einfluss des Verbindungsmittelschlupfs in Befestigungen und Stößen berücksichtigt. Die Profilverformungsbegrenzung wird nicht erwähnt, sollte aber im Sinne der Sicherheit wie bisher üblich nachgewiesen werden.
Dieses Verfahren lässt sich durch Angabe von charakteristischen Tragfähigkeiten (Schubflüssen) in das allgemein übliche Teilsicherheitskonzept einordnen.

 

- Bemessungssoftware der VSLeichtbau

Die von der VSLeichtbau entwickelte Bemessungssoftware für den Metallleichtbau, DA2N, wurde in allen Teilen durch Zusatzmodule für Lastgenerierung und Nachweise nach Eurocode an die neue Norm angepasst. Um zudem auch weiterhin Profile berücksichtigen zu können, für die noch Prüfbescheide nach DIN Gültigkeit haben, ist parallel nach wie vor die Berechnung nach DIN möglich. Neu erscheinende Verwendbarkeitsnachweise für Profile werden fortlaufend in die Datenbank aufgenommen und den Anwendern zur Verfügung gestellt. Da die Software durch Harmonisierung der europäischen Normen zunehmend auch im Ausland eingesetzt wird, sind neben dem deutschen NA auch nationale Anhänge für die Länder Österreich, Niederlande, Belgien und Dänemark verfügbar.

 
 
 
 
 
 

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Eurocodes im Metallleichtbau

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Einführung der Eurocodes in den Ländern

Die Umstellung der Regeln für Standsicherheitsnachweise bringt im Metallleichtbau für Aufsteller statischer Berechnungen, aber auch für Hersteller von Profilen größere Änderungen mit sich. Die VSLeichtbau in Wiesbaden unterstützt beide Seiten durch aktualisierte Software und durch die Ermittlung von Tragfähigkeitswerten.

Mittlerweile hat in fast allen Bundesländern der Eurocode die entsprechenden DIN-Normen abgelöst. Hierbei wurde in den meisten Ländern die Umstellung ohne Übergangsfrist am 1.7.2012 vorgenommen. Ausnahmen bilden lediglich Hessen, Bayern und Bremen, welche noch bis 31.12.2013 parallel zum Eurocode weiterhin die Anwendung der DIN-Normen erlauben. In Niedersachsen erfolgt die Umstellung erst zum 01.11.2012, dann jedoch ohne Übergangsfrist. In einigen weiteren Ländern wird der Eurocode zwar offiziell eingeführt, Bauwerke, welche sich bereits in der Planung befinden, können trotzdem noch eine Zeitlang nach DIN-Normen bemessen werden. Genaue Fristen wie lange dies noch möglich ist werden hier in der Regel nicht genannt, in Rheinland-Pfalz beispielsweise wird die Frist zu „mehreren Monaten“ angegeben, in Schleswig-Holstein liegt die Entscheidung über die zu verwendende Norm in diesem nicht näher definierten Zeitraum bei den Bauämtern bzw. Prüfingenieuren „nach pflichtgemäßem Ermessen“. Begründet wird dies in den entsprechenden Bundesländern meist mit der in der jeweiligen Bauordnung gegebenen Möglichkeit, von den technischen Baubestimmungen abzuweichen, wenn eine andere Lösung im gleichen Maße die Anforderungen der Bauordnung erfüllt.

Mit dem nachstehenden Link kann eine Liste aller Bundesländer mit Angaben zur geplanten Einführung des Eurocodes, zusammengestellt von der Ing.-Kammer NRW, heruntergeladen werden.

http://www.ingkh.de/fileadmin/daten/ingkh/pdf/newsletter/einfuehrung_eurocodes.pdf

Es können sich jedoch noch immer in einzelnen Ländern Änderungen ergeben, der aktuelle Stand ist daher grundsätzlich den öffentlichen Bekanntmachungen bzw. der Liste der technischen Baubestimmungen des jeweiligen Landes zu entnehmen.

Als Stichtag für die Umstellung der Bemessung gilt im Allgemeinen das Datum des Bauantrags, bzw. bei verfahrensfreien Bauten der Baubeginn. Alle Bauvorhaben, welche bereits vor dem 1.7.2012 genehmigt wurden, können also nach DIN nachgewiesen werden.

Generell gilt ein Mischungsverbot von Eurocode und DIN-Normen. Dies bedeutet, dass Lastannahmen und Nachweise zur Bemessung nach der gleichen Norm durchzuführen sind, welche für die Berechnung des gesamten Bauwerks anzusetzen ist. Lediglich für Bauteile, welche als einzelne Teiltragwerke separat berechnet werden können, darf der Nachweis in der jeweils anderen Norm erfolgen. Dies ist z.B. erforderlich, wenn es noch keine der DIN entsprechende Euronorm gibt. Hier erfolgt der Lastansatz mit den Lastannahmen nach Eurocode, die Bemessung jedoch nach der jeweiligen DIN-Norm. Wichtig ist diese Regelung vor allem bei Bauteilen, die über Prüfzeugnisse bemessen werden. Da diese auf der Grundlage einer Berechnung nach DIN erstellt wurden und zum Teil noch einige Jahre nach Einführung des Eurocodes gültig sind, liegen meist nur Werte für eine Bemessung nach DIN vor. Die Erneuerung des Prüfzeugnisses, sie ist spätestens nach Ablauf der Gültigkeit erforderlich, darf dann jedoch nur noch mit Berechnung nach Eurocode erstellt werden.